Schwarzweiß oder Farbe

Angeregt durch einen Beitrag  von http://lichtbildwerkerin.com/2015/07/16/schwarzweiss-oder-farbe/ gebe ich hier auch noch mal ein Beispiel, warum ich mich schon während der Aufnahme für SW oder Farbe entscheide. Wohlgemerkt, es ist aus dem Bauch heraus. Frei nach Calvin Hollywood der es ja auch so mit dem Bauch hat…

IMG_0459

Ich habe mich bei diesem Bild von vorn herein für Schwarzweiß entschieden, weil die ganze Stimmung, die „Pose“ und das Licht für mich danach „geschrieen“ haben. Stefan wird mir beipflichten, dass ich immer wieder mal den Kommentar beim späteren Betrachten loslasse: „Boah, das ist ein gutes Schwarzweißbild!“

So entstehen bei mir Schwarzweißbilder; aus dem Bauch heraus… und ich irre mich nie… 😉 Entgegen den wundervollen SW-Landschaftsbildern von Ansel Adams kann ich mich schwer für eine spektakuläre Landschaft in dieser Bildausführung entscheiden. Doch auch meine Entwicklung bleibt nicht stehen:

https://schnuckyathome.wordpress.com/2015/04/12/die-essenz-der-fotografie/

Vielleicht werde ich im September in Canada nicht nur die Bilder der LZB’s fortsetzen sondern auch etwas völlig Neues in SW entdecken… wer weiß?

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8 Gedanken zu „Schwarzweiß oder Farbe

  1. Du hast dich entschieden und zeigst dennoch beide Bilder, das würde mich wahrscheinlich meine Entscheidung schon wieder in Zweifel ziehen lassen ;-). Nein, im Ernst: Die Belichtung ist in der s/w Umsetzung etwas runtergeregelt, wenn ich das richtig sehe, was gerade das Gesicht im Gegenteil zur Farbvariante zu dunkel erscheinen lassen. Auf dem Farbbild ist das Mädel präsenter, außerdem gefällt mir der Kontrast der roten Lippen zur grünen Wand sehr. Die helle, ebenmäßige Haut strahlt richtig und bildet wiederum einen schönen Kontrast zum maroden Haus. Das geht in s/w ein bisschen verloren. Aber das sieht man halt nur in der Gegenüberstellung, hättest du nur dein s/w Bild gezeigt, hätte ich das Bild bestimmt anders beurteilt.

    Wegen Urlaubs habe ich auf deinen Kommentar erst jetzt geantwortet und kopiere hier die Antwort rein, weil es so gut zum Thema passt.

    „Über deinen Kommentar habe ich lange nachgedacht. Als „Kind“ der digitalen Fotografie habe ich mich nie entscheiden müssen, wie es analoge Fotografen tun mussten, die ohnehin meinen größten Respekt haben, aber das ist ein anderes Thema. Von Anfang an konnte ich während der Bildentwicklung entscheiden oder mich noch umentscheiden. Ich fotografiere viel in s/w, d. h., ich stelle die Kamera auf die s/w-Ansicht ein, manchmal lasse ich zusätzlich JPGs erstellen. Beim Import der RAWs habe ich natürlich dann (auch) die Farbfotos und dann revidiere ich meine Entscheidung manchmal. Ist das nun falsch oder nicht?
    Als Fotograf solltest du in der Lage sein, einzuschätzen ob das Bild, welches du siehst, das Potential für s/w hat. Das ist richtig. Aber ich würde mich nicht einschränken lassen, die Entscheidung im nachhinein zu überdenken, es sei denn, es handelt sich um den expliziten Wunsch eines Kunden. So unentschieden wie bei diesem Bild bin ich selten und ich fand die Kommentare der Leser sehr spannend, da sie auch meine Wahrnehmung erweitern. Es ist interessant, wie andere die beiden Bilder wahrnehmen. Diese Anregungen fließen in meine Überlegungen ein, manche verwerfe ich, manche speichere ich ab und auch das macht einen kleinen Teil der Entwicklung aus. Einflüsse können vielfältig sein.
    Womit du absolut Recht hast, ist die Feststellung, dass mir nur ausführlichere Kommentare diesen Input geben können, aber auch ohne sie ist das Ergebnis spannend und trotzdem entscheide am Ende ich selbst.

    LG, Conny“

    • Du schreibst: Die Belichtung ist in der s/w Umsetzung etwas runtergeregelt, wenn ich das richtig sehe, was gerade das Gesicht im Gegenteil zur Farbvariante zu dunkel erscheinen lassen.

      Richtig, ich habe die hellen Werte durch Nachbelichten an das was ich empfunden habe „angepasst“. Es sollte eine ganz andere Wirkung erreichen als das Farbbild. Und das habe ich ja auch erreicht.. 🙂

      …Kontrast der roten Lippen zur grünen Wand… da bin ich ein wenig erschrocken… es sind grundsätzlich ersige Töne die im Bild vorherrschen, grün ist in keinster Weise vorhanden… ich mache mir Sorgen um Deinen Minitor… 🙂

      …dann revidiere ich meine Entscheidung manchmal. Ist das nun falsch oder nicht?

      DU bist es, die entscheidet! Wenn Du mir diese Frage stellst, könnte ich mein letztes Posting ja glatt wiederholen… 🙂

      Weiter: Als Fotograf solltest du in der Lage sein, einzuschätzen ob das Bild, welches du siehst, das Potential für s/w hat. Das ist richtig. Aber ich würde mich nicht einschränken lassen, die Entscheidung im nachhinein zu überdenken, es sei denn, es handelt sich um den expliziten Wunsch eines Kunden.

      Etwas ähnliches hatte ich Dir ja auch gesagt…

      …und trotzdem entscheide am Ende ich selbst.

      So soll es ja auch sein…

      🙂 Beste Grüße aus dem Candy Shop

      • Du hast Recht, im von der Sonne geblendetem Monitor sah es grünlich aus, nun bräunlich. Du brauchst dir keine Sorgen machen, wegen Renovierungsarbeiten musste ich an einen denkbar schlechten Platz ziehen.
        Nun, was mich eigentlich interessiert: Welche Wirkung wolltest du denn von vornherein mit dem Bild erzielen?

  2. Wirkung…

    Die Frage an Oli lautete: Hat es in Farbe die gleiche Wirkung wie in sw?
    Worauf er antwortete: Nein. SW wirkt natürlich.
    Ich greife das mal auf: Sie wirkt natürlich(er), sage ich mal so.
    Warum (da ist es wieder 🙂 ) ist das so?
    Wie Du selbst weißt, blendet SW im günstigsten Falle alle markanten Nebenelemente wie rote Lippen, Hautfarbe, farbliche Umgebung aus. Übrig bleibt der Ausdruck und die Form. Hier eine Art von Wehmut die ich in der farbigen Abbildung nicht erkenne. Sie scheint sogar links im Bild ein kleines Lächeln andeuten zu wollen, welches ich im SW nicht erkenne. Es wirkt sehr viel ernster.
    Das einzige was ich im Nachhinein entdeckt habe ist, es war für mich eines der besten Bilder aus der Serie „Spuren von Rot II“. Nur passte es überhaupt nicht zum Thema, warum kannst Du gern nachlesen. https://schnuckyathome.wordpress.com/2015/07/18/spuren-von-rot-teil-ii/

    Ich schaute es mir nach dem Shoot noch ne ganze Weile an. Und es brachte mich auf eine Idee zu einer anderen Serie. Ich habe noch keinen Namen dafür und ich kenne auch noch nicht den Werdegang. Doch ich habe Bilder dazu im Kopf, die nur noch raus müssen.
    Mir gefällt einfach der leicht morbide Charme des Bildes, den das farbige Foto einfach nicht repräsentieren kann. Ganz einfach.

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