Super Natural British Columbia der Erste Tag

Vancouver Island – eine Perle im Pazifik

Bevor es an den tatsächlichen Reisebericht geht, etwas über diese wunderbare Insel.

Die Insel „ankert“ vor der Westküste des Festlandes von B.C. Und ist von ihm durch die Strait of Georgia getrennt. Sie zieht sich über 450km und ist 32.000km² groß – was sie zur größten Insel vor Nordamerikas Pazifikküste macht. Eine Kette schneebedeckter Berge verläuft in ihrem Zentrum von Norden nach Süden und spaltet ihre Persönlichkeit in einen wilden und wunderlichen Westen mit einer ungeschützten, von tiefen Meeresarmen durchsetzten Pazifikküste und in eine behütete Ostküste weit zahmeren Charakters mit weißen Sandstränden und Farmland, mit sanften Hängen und kleinen Küstenorten.

Vancouver Island ist das ganze Jahr hindurch mit einem milden Klima gesegnet. Die Regenfälle variieren von Ort zu Ort jedoch gewaltig. Die geringsten Regenfälle und die mildesten Temperaturen weist die Südspitze der Insel auf, die durch die Olympic Mountains auf der USA Seite jenseits der Juan de Fuca Strait geschützt ist. Verständlicherweise lebt der Großteil der 726.000 Inselbewohner daher in Victoria und in den gemütlichen Küstenstädtchen des Südostens. Die Westseite bleibt weitgehend unbewohnt, sieht man von einigen kleinen hingetupften Fischerorten ab.

Die Regenwälder mit ihren aufragenden Douglastannen und die einsamen Strände der Westküste scheinen weit entrückt vom gepflegten Rasen Victorias und von den behaglichen Städtchen des Südostens. Aber gerade diese Mischung ist es, die Vancouver Island bei Urlaubern so beliebt macht: eine zerklüftete schöne Landschaft, der gelassene Charme Victorias und die Menschen, die so sanft sind wie das Klima. Auch die Kultur ist sehr unterschiedlich, denn nicht nur das britische Weltreich hat hier Spuren hinterlassen. Die Indianerstämme der Haida und der Kwakiutl, der Cowichan und der Sooke lebten hier in Fischerdörfern, lange Zeit bevor der weiße Mann kam. Ihre Totempfähle, ihr Kunsthandwerk und ihre legenden überziehen die Insel, während ihre Fischereikenntnisse anscheinend Eingang ins Blut aller Inselbewohner gefunden haben.

Neben der Fischerei sind Bergbau und Holzfällerei die wichtigsten Wirtschaftszweige. Meist sind sie auf die Ostseite der Berge beschränkt. Gerodete Berghänge legen dafür Zeugnis ab. Über den besonders regen Holzeinschlag auf der Insel toben auch schon leidenschaftliche Diskussionen.

Wir hatten schon mehrere Canada Besuche hinter uns, so konnten wir es uns „leisten“ einfach etwas auszuwählen, was wir genauer untersuchen wollten. Es war wundervolles Wetter auf Vancouver Island, also entschieden wir uns dafür.

Montag 07.09.2015 Sandman Vancouver City Center

Seit heute morgen um 5.00 Uhr Ortszeit Loose sind wir nun schon auf den Beinen. Es war ein sehr turbulenter Tag. HaJü hatte uns vor dem Terminal am Hamburger Flughafen abgeladen und hatte uns dann unser Schicksal überlassen.
Wir brachten sofort unsere Koffer zum Einchecken und freuten uns, dass überhaupt nix los war. Ganz gemütlich bei einer Dame der BA die Koffer abgegeben und anschließend am „Pier1“ eine völlig überteuerte Erfrischung eingenommen.
Ich hatte mein uraltes Siemens Handy mit genommen, ein Tri-Band Gerät, was es mir erlaubte aus Canada zu telefonieren. Dazu ein Smartphone von Sabines Schwester, dass mit einer internationalen Sim Card ausgerüstet und auch schon mit Geld gefüttert worden war. Alles sollte ganz easy sein… Ich traute dem Ganzen aber nicht und ging in den nächsten EDEKA Laden und lud meinen alten Knochen noch mal mit einer Portion Guthaben. Ich halte nichts von Smartphones. Heute nicht und auch nicht in Zukunft…
Ich schnappe mir also Stromkabel, Handy und den Guthabenbon und rausche in die nächste Toilette, weil mein Accu mal wieder den Dienst versagt. Darf er, er ist schließlich schon 10 Jahre alt…
Manche Blicke konnte ich nicht verstehen, andere wollte ich nicht verstehen. Muss wohl dermaßen komisch ausgesehen haben; der alte Mann mit einem noch älter gefühltem Handy auf den Toiletten und dann auch noch an der Steckdose. Aber wer mich kennt, weiß wie mir das am Arsch vorbei geht.
So, das war erledigt, ich ging zu Sabine zurück und wir dackelten so langsam zu unserem Gate.
Es wurde spät und später, langsam bekamen wir es mit der Panik, dass irgend etwas nicht stimmte. Und so war es auch. (Nicht nur das Sabine nach Sprengstoff untersucht wurde (!) ein Boardingaufruf, den wir irgendwie nicht mitbekommen hatten, oder ignorierten, folgte der Auftritt der jungen Dame vom Check In Schalter:
„Haben Sie unsere Durchsage denn nicht gehört? Wir haben von Gate 20 auf 31 gewechselt.. „
Nun gut, dann eben ein paar Schritte weiter rüber. Und die Maschine aus London hat Verspätung – viel zu viel – würden wir es noch rechtzeitig zu der Maschine nach Vancouver schaffen?
Und in der Tat, es war ein Wettlauf mit der Zeit.

In Heathrow angekommen, wurden wir von mehreren Mitarbeitern der BA schon in „Empfang“ genommen und mit einem orangefarbenen Zettel versehen auf dem stand: Express Connection. Das hatte den Vorzug sofort und überall zu dem Check am Schalter zu kommen. Wir hetzten uns also ab und erreichten die Maschine mit Mühe und Not. Was wir allerdings nicht ahnten, folgte in Vancouver am Laufband. Doch dazu später.

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Wir hatten es uns recht kommod gemacht in den Sitzen der Economy Plus. Die 100 Euro Mehrpreis hatten sich gelohnt. Man saß ganz weit vor den Triebwerken und bekam von dem ganzen Donnern während des Fluges kaum etwas mit. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Klimaanlage war sogar noch lauter.
Ich versuchte zu schlafen, Sabine wohl auch, aber mehr als ein Dösen brachten wir nicht zustande. Je später es wurde, desto kälter wurde es im Flugzeug. Ich zog meine Fleecejacke wieder an – schüttel! Von da an verfolgte ich den Flug auf einem der kleinen Bildschirme, zählte die vergangenen Minuten. Und dann ging alles recht schnell. Wir landeten bei bestem Wetter in Vancouver Airport und gingen schnurstracks zur Zollabfertigung. Alles lief reibungslos, selbst Sabines eingeschweißter Käse kommt diesmal schon beim Emigration officer ohne Beanstandungen durch.
Dann kam das Laufband…
Wir warten und warten und warten…
Keine Koffer bis plötzlich eine Durchsage kam die uns Beide betraf: Wir begaben uns sofort zum Schalter der BA. Das Gepäck war nicht mitgekommen erklärte uns ein Mitarbeiter sehr freundlich, machte aber auch gleich klar, dass es uns nichts kosten würde, das Gepäck wieder zu bekommen. Das sollte noch am gleichen Abend geschehen und mit der 19.00 Uhr Maschine angelandet werden.Wir füllten noch einige Formulare aus, die mit diesem Fall zusammen hingen und hofften, das alles klappte.
So, das Gepäck kommt schon mal zum Hotel, aber wie kommen wir dort hin, wenn kein Shuttleservice unterhalten wird? Taxi? Zu teuer. Limo? Macht ja was her so n Towncar… aber zu teuer… Also kurz orientiert, dann entschieden wir uns mit dem Sky Train zu fahren. Wir hatten ja nix mitzuschleppen außer unser Handgepäck. Doch am Bahnsteig etwas höher gelegen, angekommen fehlte uns wieder ein wenig an Kenntnis wie das denn funktionierte.
Aber das ist ja das Schöne in Canada. Es gibt überall Gute Geister, die nur darauf warten ihre Hilfe anzubieten. So auch hier. Ein, zwei Fragen zu Wie und Was und schon hatten wir zwei Karten in der Hand, die wir nur noch entwerten mussten. Topp – dachte ich mir DAS hat was.
Der Weg war länger als ich dachte, doch wir hatten jede Menge Kurzweil. Immer wieder stiegen neue Passagiere zu oder eben auch aus. Bei einer Station fiel mir ein Mädchen auf, welches sich mit leicht gespreitzen Beinen vor die Tür stellte, die Scheibe als Spiegel benutzte und während der Fahrt ständig ihre Kleidung korrigierte. Sie war leicht gebräunt, groß und schlank und mit einem bemerkenswert schönem Po ausgestattet, der in diesen neuartigen Hosen steckte. Halb Leggins, halb Radlerhose, jedenfalls extrem figurbetont. Man sah es ihr an: I’m sexy an I know it! Ich konnte meinen Blick einfach nicht von ihr lassen. Immer wieder blickte ich in dieses einfach mega wundervolle Gesicht. zwei Stationen später schritt sie auf ihren Pumps vondannen; bye bye,bye bye du Liebe meines Lebens…  Ihr Anblick ließ mich auch viel viel später nicht los… 🙂 In der Nähe des Hotels angekommen mussten wir nur noch einige Meter zu Fuß gehen bis wir dann endlich vor dem Tresen standen.

Das Einchecken ging flott über die Bühne und meinen Unkenrufen zum Trotz hatte ich mit der Anmeldung zu Hause bei Fraserway Erfolg gehabt.
Morgen früh um 9.30 Uhr würden wir von Fraserway abgeholt werden. Wenn das nix ist. Nun fehlten aber noch die Koffer. Die Nummer des Smartphones von Sabine konnte gar nicht angerufen werden, das hatten wir später erst bemerkt. Wie das nun werden sollte, wussten wir nicht. Entweder kommen die Koffer noch oder wir hätten morgen früh am Flughafen anrufen müssen. Um 19.00 Uhr sollte die Maschine landen, mittlerweile hatten wir 20.30 Uhr Ortszeit und es tat sich noch immer nichts.

Erste Eindrücke aus dem Hotelzimmer raus… Das erste was Sabine abschaltete war übrigens die Klimaanlage… Wer sollte bei diesem Höllenlärm schlafen…

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So gegen 18.00 Uhr hatten wir beschlossen noch einmal weg zu gehen. Irgendwie war am Labourday -dem Tag der Arbeit in Canada, die Hölle los.

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Auch in den USA und Canada beginnt langsam das Umweltbewusstsein stärker zu wirken. Als erstes werden das wohl Burger King und Mc. Donalds gespürt haben. Gesündere Lebensmittel erhalten mehr und mehr Einzug in diese Läden, selbst vegetarisch und vegan ist jetzt keine Hürde mehr. Vielleicht kam dieser Wandel aber schon viel zu spät für diese Riesenketten. Längst sind kleinere Läden mit einzigartigem Service und Speisen – wenn auch immer noch „Fast Food“ allerdings slow Foot zubereitet, nämlich absolut frisch (!) – wie Pilze aus dem Boden geschossen und machen ihnen jeden Tag das Leben schwerer… Gut so… Es hat jedenfalls irre gut geschmeckt… wenn ich erst an die Naturalcut Kartoffeln denke läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen…

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Wieder im Hotel zurück sind die Koffer natürlich immer noch nicht da… Und wieder warten wir und waten und warten. Bis Sabine wiederholt an die Rezeption geht und durch den anwesenden Concierge wieder fragte wie weit denn nun die Sache mit dem Gepäck wäre.
„Ja, heute nicht mehr,“ bekommt sie zur Antwort. Vielleicht morgen gegen 7-11.00 Uhr.“
Na, da bin ich aber gespannt! Denn um 9.30 Uhr holt uns schon Fraserway ab. Tolle Wurst!
Wird irgendwie nie langweilig hier. Mittlerweile ist es 4.00Uhr Ortszeit, an Schlaf ist bei mir nicht zu denken, habe drei schwierige Majong Spiele hinter mir, um 2.00 Uhr eine SMS auf mein Handy von Jana bekommen… irgendwie ist alles verkorkst. Zumal der Rückruf auf MEIN Handy knapp 2 Euro die Minute ausmacht und ich nur noch 28 Euro drauf habe. Tja, willkommen du schöne neue digitale Welt. Es soll alles so einfach sein – aber wenn schon Typen, die sich damit schon ihr halbes Leben beschäftigen, versagen… Oder was auch immer mit der Verbindung zu Sabines Handy gestört ist.
Des weiteren habe ich heute morgen noch mal versucht heraus zu finden woran es denn jetzt liegt, dass wir überhaupt keinen Empfang haben. Warum uns immer wieder gesagt wird das die Nummer nicht in der Liste ist. Welche Liste? Wir haben doch alle wichtigen Nummern im Handy gespeichert. Ich mach hier erst mal Schluss, hilft ja doch nicht weiter jetzt.
Erst mal sehen wie das nach dem Frühstück aussieht, 🙂 Stay tuned

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Ein Gedanke zu „Super Natural British Columbia der Erste Tag

  1. Oh man Reinhard … ihr habt auch alles mitbekommen was man sich als Touri so im Urlaub absolut nicht wünscht. Ohne Koffer ist ja der absolute Alptraum. Für mich ja weniger aber für mein Frauchen schon enorm 😀
    Und dnan noch die Handy bzw Smartphone Geschichte. Das hättet ihr auch mal lieber in good old Germany lassen sollen und euch nur auf das Siemens Handy verlassen. Lieber dafür einen zweiten Ersatzakku zulegen … ja die gibbet noch 😉
    Na ich bin gespannt wie es weitergeht. Deine Storys zu lesen macht mir immer sehr viel Freude. Ich bin gespannt …

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